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Aktion für mehr Rücksicht im Straßenverkehr nimmt Formen
an, Grundlagen liegen jetzt vor
Die Stadt Wien hat sich im Bereich der Verkehrssicherheit ambitionierte Ziele für ein verbessertes Verkehrsklima gesetzt. So soll beispielsweise die Zahl der Verkehrsopfer in Wien bis 2020 um die Hälfte reduziert werden. Gleichzeitig sollen RadfahrerInnen und FußgängerInnen bessere Bedingungen vorfinden und so noch viel mehr Menschen dazu motiviert werden, das Auto stehen zu lassen.

Im Zusammenhang mit diesem Ziel steht die Erarbeitung einer umfassenden Sensibilisierungskampagne zur Verbesserung des Verkehrsklimas in der Stadt. Vorarbeiten für diese Kampagne haben in Form eines ausführlichen Workshops bereits stattgefunden. Eingebunden in die Erarbeitung sind unter anderem Verkehrsorganisationen wie ARBÖ, ÖAMTC, VCÖ, ARGUS, IG Fahrrad, Walk Space, die Taxi-Innung, FahrlehrerInnen und VertreterInnen der zuständigen städtischen Einrichtungen. Zusätzlich wurden in Fokusgruppen VerkehrsteilnehmerInnen aller Altersgruppen befragt und die Verkehrssituation in Wien analysiert.

"Unser Ziel ist, dass sich die VerkehrsteilnehmerInnen in Wien sicherer fühlen. Egal ob man zu Fuß, mit dem Rad oder mit dem Auto unterwegs ist: Die Menschen sollen sich sicher fühlen. Dazu braucht es in der Stadt auch ein Verkehrsklima, das von gegenseitiger Rücksichtnahme und Fairness geprägt ist. Mit Hilfe einer Sensibilisierungskampagne wollen wir erreichen, dass in Wien nicht Rücksichtslosigkeit oder Wettkampfdenken den Straßenverkehr prägen, sondern weniger Egoismus und mehr Vernunftdenken. Die Kampagne richtet sich an alle VerkehrsteilnehmerInnen gleichermaßen. Dass sich an der Erarbeitung dieser Kampagne so viele Gruppen beteiligen, ist besonders erfreulich", heißt es dazu aus dem Büro von Vizebürgermeisterin und Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou. "Dass sich 2011 die Zahl der Verkehrstoten von 29 auf 22 verringert hat, ist die Fortführung eines erfreulichen Trends. Dieses Ergebnis darf aber keinesfalls Anlass dafür sein, die Hände in den Schoß zu legen. Im Gegenteil, wir müssen wie auch bisher danach trachten, gefährliche Stellen im Straßenverkehr zu entschärfen und gleichzeitig das Bewusstsein dafür zu schärfen, dass Fehlverhalten im Straßenverkehr tödliche Folgen haben kann."

Erste Ergebnisse des Wokshops und der Fokusgruppen liegen jetzt vor:
Als Ursachen für negative Klischees im Straßenverkehr werden vor allem
• Unachtsamkeit
• Rücksichtslosigkeit
• Wettkampfdenken
• Zeitdruck
• Ablenkung beispielsweise durch Handy oder Müdigkeit und
• fehlerhafte Selbsteinschätzung angeführt.


Als weiteres Problem wurde die Unkenntnis von Verkehrsregeln und Rechtslagen angesprochen oder auch die missbräuchliche Verwendung bestimmter Räume beispielsweise durch RadfahrerInnen auf dem Gehsteig oder falsch parkende Autos. In gängigen Klischees gelten FußgängerInnen und RadfahrerInnen als unberechenbar. Sie könnten sich "alles erlauben", weil sie nicht verfolgt werden können. AutofahrerInnen verhalten sich nach diesen Klischees "gewohnheitsmäßig" meist gleich, egal ob sie auf einer großen Hauptstraße oder einer Wohnstraße unterwegs sind. MotorradfahrerInnen gelten allgemein als "wild". Diese Klischees werden von den Medien unterstützt und dadurch verstärkt.

"Es geht darum, diese Klischees aufzubrechen und für mehr Rücksichtnahme bei allen Verkehrsteilnehmerinnen zu werben", so das Büro Vassilakou. Eine Verbesserung der Gesamtsituation kann beispielweise erreicht werden, wenn die VerkehrsteilnehmerInnen die Auswirkungen des eigenen Handelns und Tuns auf andere reflektieren, wenn eine defensive, vernunftbetonte Rolle eingenommen wird und auf falsches Verhalten richtig reagiert wird. Wichtig ist es, nicht stur auf das eigene Recht zu pochen, sondern vernünftig zu entscheiden.

Diese Ergebnisse werden in einem weiteren Workshop zusammengefasst und dienen dann als Grundlage für die Entwicklung einer konkreten Werbekampagne für mehr Sensibilität, Rücksichtnahme und Fairness im Wiener Straßenverkehr. Diese Kampagne soll gemeinsam mit den beteligten Organisationen umgesetzt werden und bereits im 1. Halbjahr 2012 sichtbar werden.
Presseberichte
der Kampagne
Presse-Information
Spots der Kampagne 2013
• Aktion für mehr Rücksicht